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Der Direx nimmt seinen Hut


Zum Abschluss seiner Dienstzeit und seiner Zeit als unser Direktor haben wir uns länger mit Herrn Rehn unterhalten und unser Interview in drei Teile geteilt.

  • Die Verwirrungen des Zögling Hendrik - Über Herrn Rehn als Schüler
  • Die Bekenntnisse des Direktors Hendrik Rehn - Über Herrn Rehn als Lehrer und Direktor
  • Auf der Suche nach der verlorenen Zeit - Über Herrn Rehn als Ruheständler sowie seine Tipps für alle, die die meiste Schulzeit noch vor sich haben.

Die Titel haben wir uns von drei Büchern "entliehen". Das erste stammt von Robert Musil, das zweite von Thomas Mann, das dritte von Marcel Proust.


Die Verwirrungen des Zöglings Hendrik

Was war Ihr Lieblingsfach als Schüler und welches Fach konnten Sie nicht ausstehen?
Das ist schwer. Ich habe die Fächer auch danach beurteilt, wie die jeweiligen Lehrer waren. Aber wenn man über neun Jahre Schulzeit nachdenkt, ist es sicher Mathematik gewesen. Und das Fach, in dem ich mich immer am meisten geärgert habe, war Deutsch. Weil – wenn das die Deutschlehrer hören, kriege ich Ärger - es immer so fad war, es ist immer so wenig passiert.

 

Drei Wörter, die Ihre Schulzeit als Jugendlicher beschreiben.
Das ist wirklich schwierig. Aber ich würde sagen: Schüchterner Rebell mit Anstand. 1968 haben wir versucht auch in der Schule viel zu verändern. Bei den ganzen Rebellionen haben wir alles mit Anstand gemacht. Wir haben nicht viel kaputt gemacht. Wir haben viel mit den Lehrern diskutiert, um Dinge im Schulalltag zu ändern. Und ich war zu der Zeit wahnsinnig schüchtern. Also schüchterner Rebell mit Anstand.

Wären Sie nochmal gerne 18?
Nein. Damals hatte ich mehr Probleme als jetzt. Es war noch zu viel Unordnung in meinem Leben.
 


Die Bekenntnisse des Direktors Hendrik Rehn

Von welcher Schule sind Sie zu uns gewechselt?
Vom Michaeli-Gymnasium in Trudering.

 

Welche Fächer haben Sie unterrichtet und welches hat Ihnen dabei am meisten Spaß gemacht?
Mathe, Chemie und Informatik. Unterrichten hat allgemein viel Spaß gemacht, aber am besten fand ich Chemie.  Die Chemie beschreibt, wie die Stoffe des Lebens miteinander reagieren. Das finde ich sehr interessant und es ist lebensnäher als die Mathematik, die aber auch toll ist.

 

Wenn Sie nicht Lehrer geworden wären, wären Sie was geworden?
Ich wäre sicherlich Chemiker geworden. Ich habe auch lange Zeit nach dem Beenden meines Lehramt-Studiums überlegt, im Labor zu bleiben.

 Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Schultag, sowohl als Schüler als auch als Lehrer?
An meinen ersten Schultag als Schüler erinnere ich mich kaum noch. An meinen ersten Schultag als Referendar kann ich mich aber noch gut erinnern: Auf dem Weg ins Max-Planck-Gymnasium sehe ich an der Haltestelle eine junge Dame stehen. Mit dieser hatte ich studiert und hatte gehofft, dass ich sie nie wiedersehen muss. Und dann waren wir in der gleichen Schule.

Der beste Streich, den Sie als Schüler einem Lehrer gespielt haben?
Wir haben selten Streiche gespielt. Wir haben zwar viel Blödsinn gemacht, Lehrer nachgeäfft und Karten im Unterricht gespielt, aber wir haben selten einen intelligenten Streich geplant. Mir wurde aber einmal ein guter Streich gespielt. Schüler haben mir ein Paket in den Unterricht schicken lassen. In diesem befanden sich AC/DC- Karten. Auf denen war eine gespannte Mausefalle. Und als ich in dem Paket herumgewühlt habe, um an die Karten zu kommen, habe ich mich natürlich eingeklemmt. Solche schlauen Streiche habe ich früher nicht gemacht.

 

Haben Sie als Lehrer Schülern je einen Streich gespielt?
Ja. Wir hatten am Michaeli- Gymnasium mitbekommen, dass die Kinder den Fasching so beginnen wollten, dass sie nicht zu ihren Lehrern gehen, sondern in andere Klassen. Wir Lehrer haben dann besprochen, die Fächer zu unterrichten, die der eigentliche Lehrer unterrichtet hätte. Ich musste dann einer 10. Klasse Lateinunterricht geben. An dem Tag war alles anders. Aber nicht nur die Schüler haben einen Streich gespielt, sondern wir Lehrer auch.

 

Auf welche Veränderung, die Sie am KHG bewirkt haben, sind Sie besonders stolz?
Freche Frage. Die Frage ist, habe ich überhaupt was bewirkt? Ja, ich habe moderne Technik eingebracht. Als ich an die Schule kam, gab es nur vier Beamer. Heute gibt es in jedem Zimmer einen Beamer. Aber ob das was bewirkt, das weiß man nicht.

 

Das Schönste, was ein Schüler je für Sie gemacht hat?
Was mich immer am meisten berührt, ist, wenn die Kinder von Herzen Danke sagen. Wenn sie nach dem Abitur, nochmal herkommen und von Herzen Danke sagen. Das reicht mir schon. Da geht mir das Herz auf.

 

Ihre Lieblingserinnerung an das KHG?
Es gibt vieles Schönes, doch die beiden Male, als ich Teil des Musicals am Kontrabass war, haben mich sehr begeistert und waren sehr schön.

 

Was hätten Sie gerne einmal in einer Durchsage gesagt?
Ich habe eigentlich alles gesagt, was ich sagen wollte, und - ehrlich gesagt - mag ich Durchsagen auch gar nicht so sehr. Oft erreicht man die Schüler über die Durchsagen auch nicht wirklich, sondern muss die wichtigen Dinge Aug in Aug rüberbringen.


Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Sie haben beim Kultusministerium drei Wünsche frei. Was wünschen Sie sich?
Ich habe einen einzigen. Ich hätte gerne mehr Mitsprache bei der Personalauswahl. Zurzeit entscheiden teilweise Hundertstel, ob ein Lehrer eine Chance an einer Schule bekommt, ungeachtet, ob er gut zu der Schule passt oder ob man ihn vielleicht schon kennt.

 

Welche drei Bücher sollte ein Schüler gelesen haben, bevor er Abitur macht (abgesehen von den Schullektüren) ?
Abgesehen von der Bibel wären das diese drei Bücher: Gewaltfreie Kommunikation für Dummies, Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull von Thomas Mann und Momo von Michael Ende. Man bräuchte die Sichtweise von Momo auf die Arbeitswelt, verbunden mit dem Selbsthumor der Figur Felix Krull und der Erkenntnis, wie aggressiv wir in unseren Kommunikationsformen sind.

 

Vollenden Sie folgenden Sätze:

  1. Das KHG ist... ein toller Ort des Zusammenlebens.
  2. Am meisten vermissen werde ich... das Jungbleiben. Da man immer mit Kindern in einem Altersabschnitt zu tun hat, hat man das Gefühl, man ist nicht älter geworden.
  3. Ich freue mich schon sehr nicht mehr... in den Ferien Urlaub machen zu müssen.

Bereitet die Schule die Schüler gut und ausreichend aufs Leben vor?
Die meisten ja. Wir wissen alle nicht, was für das Leben ausreicht. Schule bereitet eher auf das berufliche Leben vor und setzt einen Schwerpunkt auf den Beruf. Wenn in der Schule dieser Schwerpunkt nicht so stark wäre, vielleicht würden sich die Leute dann nicht so über ihren Beruf definieren. Aber natürlich bemühen wir uns an unserer Schule, auch den anderen Lebensbereich zu vermitteln.

 

Welchen Rat würden Sie einem jungen Lehrer geben?
Sei Du!

Welchen Rat würden Sie einem Abiturienten geben?
Sei Du, aber Du musst zu deinem Du erst noch finden.  Mach dein Ding und arbeite daran, damit Du Du sein kannst!

 

Welchen Rat einem gerade eingeschulten Fünftklässler?
Behaltet so lange wie möglich eure Unvoreingenommenheit vor Pflichten.

 

Was hat Schulerfolg mit Lebenserfolg zu tun?
Ich glaube, das Erfolgreiche steckt in einer Person drinnen. Man muss sich den Erfolg eingestehen und ihn zulassen. Es gibt Menschen, die sind mit sich nicht zufrieden und können den Erfolg nicht zulassen.

 

Was haben Sie sich jetzt für Ihre freie Zeit vorgenommen?
Ich möchte wieder mehr musizieren, weil das die letzten Jahre doch etwas kürzer kam. Ich möchte eventuell sogar ein Instrument lernen, bisher kann ich noch kein Blasinstrument - ich kann die anderen auch nicht (lacht ), aber ein Blasinstrument würde mich noch interessieren. Außerdem möchte ich außerhalb der Schulzeit und den Ferien freier meine Zeit gestalten.

 

Wir danken herzlich für das Interview und wünschen Herrn Rehn für die Zukunft alles Gute!

[ac] & [ps]

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