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Zimmerpflanzen statt Englischem Rasen


Montagmorgen, Raum 103, Englisch-Schulaufgabe. Die übliche Höflichkeitsfloskel der zu spät kommenden Schüler - Sorry, I’m late - wird mit einem I'm sorry for being here! der Lehrerin gekontert. Das notorische Quengeln einiger Schüler, wie viel Zeit denn noch zum Schreiben übrigbleibe (für gewöhnlich an der Tafel stehend), ist bei jener Lehrerin sinnlos: Ihre Schüler haben so viel Zeit, ,,bis jemand anfängt abzuschreiben“. Schulaufgabe geschafft, jetzt wird Pause gemacht. Schülermengen strömen aus dem Klassenzimmer, es wird gegessen und gut durchgelüftet. Aber aufgepasst beim Öffnen der Fenster: Die Zimmerpflanzen der Lehrerin, die von ihr liebevoll gehegt und gepflegt werden, stehen auf der Theke. Und die Schüler, die sich über den nicht abgefragten Stoff beschweren, den sie trotzdem gelernt haben, werden mit Hilfe eines Man lernt nicht für die Schule, sondern für das Leben zurechtgewiesen.


Sobald es jedoch unruhig wird, werden postwendend die gelbe und rote Karte aus dem Schreibtisch geholt und demonstrativ darauf gelegt. Sofort verstummt es. Nach einigen Minuten scheint dies aber vergessen und der erste, oft zur Belustigung anderer, bekommt die gelbe Karte. Meistens folgen kurz darauf die nächsten und manchmal sogar eine rote. Die Schüler nehmen es gelassen, wahrscheinlich ärgern sich die Kollegen sogar mehr über die zusätzliche Arbeit durch das „Betreute Arbeiten“ als die betroffenen Schüler selbst.

Frau Junietz wird uns zum Halbjahr verlassen und in den wohlverdienten Ruhestand eintreten. Doch das bedeutet nicht, dass sich der Charme, mit dem sie Schüler aufgefordert hat, auf ihr ,, t-h“  zu achten, verflüchtigen wird. Fast keine andere Lehrkraft hat so ein aufrichtiges Interesse an ihren Schülern gezeigt wie Frau Junietz. Ob es nun der Rückkehrer aus Schottland war, der von seinem Auslandsaufenthalt berichtete, oder die Freizeitaktivität eines bestimmten Schülers, Frau Junietz hat sich die Zeit genommen. Der Unterricht war nie sehr strikt, aber immer informativ; notfalls wurde man durch einen strengen Blick durch ihre markant rechteckige Brille ermahnt.


Frau Junietz  begeisterte nicht nur viele Schüler für das Englische, veranschaulichte sowohl Tücken als auch Schönheiten der Sprache und motivierte die Schüler, Auslandserfahrungen zu sammeln und zu teilen, sie legte auch großen Wert auf eine gute Bindung zu den Schülern und produktive, aber auch unterhaltsame Unterrichtsstunden. Zusammenfassend gesagt gelang es Frau Junietz, (fast) alle Fähigkeiten zu vereinen, die einen guten Lehrer auszeichnen, was man (leider) doch nur von recht wenigen behaupten kann. Wir denken, dass wir für die gesamte Schüler- und Lehrerschaft sprechen, wenn wir sagen, dass Frau Junietz das KHG auf eine originelle Art und Weise bereichert hat und es deshalb einen großen Verlust bedeutet, sie gehen lassen zu müssen.
Somit bedanken wir uns im Namen des gesamten KHG bei Frau Junietz für die Zeit, Arbeit, Hingabe und Souveränität, die sie gezeigt und investiert hat, um den Schülern Wissen zu vermitteln. Vor allem wir möchten Ihnen für vier tolle Jahre Danke sagen und wünschen Ihnen eine geruhsame Zeit, die Sie sich redlich verdient haben!

 

Lemar A., Felix B., Charlotte S. |  10a

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