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Junior-Wahl 2018


Was ist eine Junior-Wahl?

 

Bei einer Wahl wählen alle Bürger ab achtzehn Jahren die Politiker, die ihrer Meinung nach ihre Interessen möglichst gut vertreten. Das gibt es im Großen und im Kleinen. Ein Beispiel für eine ganz große Wahl ist natürlich die Bundestagswahl, in der der/die Vertreter/in von allen Bundesländern, also von ganz Deutschland gewählt wird. Von diesen einzelnen Bundesländern - wie Niedersachsen, Nordrhein-Westfahlen, Bayern und allen anderen insgesamt 16 Bundesländern – gibt es allerdings auch einzelne Vertreter, die eben in der sogenannten Landtagswahl gewählt werden, wie sie in Bayern am 14. Oktober 2018 stattfand.

 

Da das Wählen in Bayern ja erst ab dem Alter von 18 Jahren erlaubt, darf nur ein ganz kleiner Teil der Schüler des KHGs schon wirklich wählen. Viele wollen allerdings dennoch wissen, wie die etwas jüngeren Schüler wählen würden, auch ist es für die Schüler sinnvoll, schon vor dem zulässigen Alter zu erfahren, wie eine solche Wahl funktioniert. Aus diesem Grund gibt es die sogenannte Junior-Wahl (in diesem Fall Junior-Landtagswahl), in der die Schüler ab der neunten Klasse in ihrer Schule eine solche Wahl nachahmen. Die Junior-Wahl wird formell von dem Verein Kumulus e.v. organisiert, um die Organisation vor Ort kümmert sich jede Schule selber.  Vor allem die zehnten Klassen spielen eine große Rolle bei der Umsetzung: Sie stellen den neunten Klassen die verschiedenen Parteien vor und weisen sie in den Ablauf der Wahl ein. Diese findet wenige Tage vor der eigentlichen Wahl an einem Schultag statt und es wird versucht, die echte Wahl möglichst echt zu imitieren: Es gibt Wahlhelfer, Wahlkabinen, eine Wahlurne, eine Erststimme, mit der man die Partei und damit ihren Direktkandidaten wählt, und eine Zweitstimme, mit der noch ein weiterer Kandidat aus einer Liste vieler verschiedener Kandidaten der jeweiligen Partei gewählt werden kann. Einzelne Schüler befragen dann die Wählenden und fassen  das Resultat anschließend in einem  Artikel wie diesem zusammen. Die Wahl ist natürlich auch anonym. Der einzige bedeutende Unterschied zu der echten Landtagswahl ist, dass die Stimmen der Schüler keinerlei Auswirkungen auf das Ergebnis haben, sie dienen also ausschließlich zu informativen Zwecken.

 

Wie ist die Wahl nun abgelaufen? Wie sehen die Schüler die Junior-Landtagswahl und was sind die Wahlergebnisse?

 

Allgemein lässt sich sagen, dass der Ablauf gut funktioniert hat, und dass es keine Probleme bei der Organisation gab. Der große Schulaufgabenraum U48 im Keller wurde als Wahllokal verwendet, in dem man vor Schulbeginn, in den beiden kleinen Pausen und in der großen Mittagspause nach ein Uhr wählen konnte.

 

Die Schüler zeigten sich in den Interviews überwiegend zufrieden mit der Veranstaltung und es gab nur wenige negative Kritikpunkte. Schade war, dass sich die Schüler im Vorfeld zu wenig Gedanken darüber gemacht hatten, welchen Kandidaten sie mit ihrer Zweitstimme wählen wollten. Zu einer Juniorwahl gehört natürlich eine Zweitstimme, wenn die Realität aber so aussieht, dass die Schüler eine riesige Liste voller Namen, von denen sie die meisten nicht kennen, vorgelegt bekommen und dann vollkommen willkürlich eine Person, die in der bevorzugten Partei ist, auswählen, sind die Ergebnisse der Zweitstimme umfragetechnisch bedeutungslos. Sicherlich sollte deswegen auf eine Zweitstimme in den folgenden Jahren nicht verzichtet werden, allerdings sollten die Schüler im Vorhinein deutlicher aufgefordert werden, sich über die Kandidaten der gewählten Parteien ein wenig zu informieren, damit sie die Chance haben die Zweitstimme etwas gezielter zu vergeben. Ansonsten hätte man noch  etwas mehr Wert auf Anonymität legen können, indem man die Wahlkabinen zum Beispiel etwas separater platziert hätte. Alles in allem war die Organisation und Durchführung der Juniorwahl aber gelungen und erfolgreich.

Insgesamt nahmen etwas über vierhundert Schüler bei der Wahl am KHG teil. Am stärksten unterschied sich das Ergebnis beim Stimmenanteil der Grünen, die bei der Juniorwahl mit 28,2% die mit Abstand stärkste Partei waren und somit einen noch deutlicheren Erfolg hatten also bei der echten Landtagswahl. Die CSU hatte dafür mit 22,8% einen noch deutlich schwereren Verlust zu verbuchen als bei der echten Wahl, die SPD erreichte mit 10,8% etwas mehr Stimmen und die FDP schnitt bei der Juniorwahl mit 8,6% ca. 3,5% besser ab. Die AFD, die in Bayern ja knapp die 10% erreichte, wurde an der Schule mit nur 6,3% der Stimmen gewählt.

 

 

 

Auch im Hinblick auf zukünftige Wahlprognosen ist es sehr interessant, ein ungefähres Abbild der politischen Meinung der Minderjährigen zu erreichen, die ja schon sehr bald einen großen Einfluss auf die kommenden Wahlergebnisse haben werden. Um die Schüler auf die kommenden Wahlen vorzubereiten und ihr politisches Interesse zu fördern, ist es ausgesprochen wichtig und lobenswert, parallel zu den großen Wahlen in Deutschland Juniorwahlen zu veranstalten.  

 

Henry E., Johannes P. (beide 10b)

Grafik "Wahlurne": www.freepik.com

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Kommentare: 1
  • #1

    CB (Samstag, 01 Juni 2019 17:30)

    Coole Umfrage!!!
    Bitte nochmal machen

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