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Grillen mit Seneca


Senecas Philosophie, stoisches Gedankengut, lateinische Zitate wie "ratio perfecta proprium bonum est", "prope est a te deus, tecum est, intus est", "secundum naturam vivere" oder "bene mori est libenter mori" so verpacken, dass es für ein Männer- oder Frauenmagazin passt - das war die Aufgabe für die Lateiner in der Q11. So, wie Seneca gerne von alltäglichen Betrachtungen ausgehend ins Allgemeine kommt, wie er im Plauderton seine Philosophie verbreitet, haben die Schüler versucht, eine Glosse zu schrieben. Zwei der mit einem Augenzwinkern zu lesenden Texte stellen wir Euch nun vor:


Wie jedes Jahr aufs Neue langweilen mich die klassischen Bratwürste und Hühnchenfilets. Secundum naturam vivere! An alle, die in der Schule Latein sofort abgewählt oder nur durch Abschauen jedes Jahr aufs Neue an der Fünf vorbeigeschrammelt sind: Seneca sagt, man solle gemäß der Natur leben.

 

Um diesem Beispiel zu folgen und um der einseitigen Grillsaison zu entkommen, haben isländische Bauern einen neuen Internet-Trend eingrführt: das Hashtag #selfmadeBBQ. Sein Fleisch selber zu räuchern, zu marinieren und schlussendlich dann zu grillen sind hierbei die key points. Und da laut Seneca (um den antiken Vibe beizubehalten) die Vernunft unser oberstes Gut ist, vertrauen die Bauern darauf, dass ein echter Mann weiß, was sein Fleisch braucht. Da wir Europäer aber wahrscheinlich nicht das Mannsbild abgeben, das die ERfinder sich darunter vorstellten, sind hier für weniger männliche Männer ein paar Tipps  unserer Profis genannt. Damit der isländiche Grillabend perfekt wird, benötigen Sie: (Anmerkung der Redaktion: Bis zur Erstellung der Ausgabe waren die Tipps leider nur auf isländisch verfügbar. Wir arbeiten an der Übersetzung...)

  • Beikon er saltað svínakjöt, oftast einnig reykt.
  • Beikon er unnið úr mismunandi hlutum svínakjöts, ýmist slögum, síðubitum eða hrygg.
  • Beikon úr slögum, eins og algengast er í íslenskum verslunum.
  • Beikon er yfirleitt skorið í þunnar ræmur og steikt á pönnu og borið fram til dæmis með steiktum eða hrærðum eggjum, bökuðum baunum, pönnukökum, ristuðu brauði og ýmsu grænmeti.

 Vielleicht kann man den Spieß ja auch umdrehen und ein bisschen Männlichkeit in die von Maniküre und Shoppen regierte Welt...

Jan H. | Q11

Abends, wenn mir langweilig ist, schaue ich gerne auf social medi verschiedene Beiträge an. Darunter fallen oft jagdliche Beiträge oder Beiträge bezüglich Essen. Bei derartigen Videos finde ich die Kommentare am Interessantesten. Es kommentieren hauptsächlich Leute, die gegen den Konsum von Fleisch bzw. von tierischen Produkten sind. Sie behaupten, heutzutage brauche man kein Fleisch oder keine Milch mehr.

 

Das stimmt, es gibt viele pflanzliche und chemische Produkte, die dies ersetzen. Dazu fiel mir nun ein altes Sprichwort ein, welches "secundum naturam vivere" heißt. Man kann es mit "lebe gemäß der Natur" übersetzen. Das bedeutet: wir sollen mit dem leben, was die Natur uns gegeben hat. Da stell ich mir die Frage, was uns denn die Natur nun gegeben hat. Gab sie uns irgendwelche chemisch hergestellten Produkte, welche Fleisch ersetzen sollen? Oder stellte sie vielleicht doch eher verschiedene Lebewesen hin, von denen eines vom anderen gefressen wird?

 

Das ist der Kreislauf der Nautr. Somit ist es völlig normal und berechtigt, Fleisch zu essen, ohne sich danach vor irgendjemandem rechtfertigen oder sich schlecht fühlen zu müssen.

 

Frederic P. | Q11

Abschließend möchte die Redaktion noch feststellen, dass für diesen Artikel kein Tier verletzt oder gar getötet wurde. Die Bilder hat übrigens "macrovektor" für freepik.com gemacht.

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