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Quo vadis? - Berufswahl


Alle Wege führen nach Rom, sagt der Lateiner. Aber welcher Weg führt in die Zukunft? Was kommt nach dem Abitur? Wo geht die Reise hin? - Wir hatten in unserer letzten gedruckten Ausgabe ein paar Interviews abgedruckt, in denen Berufstätige über ihren Beruf sprechen und jemandem, der gerade vor der Entscheidung steht, ein paar Tipps geben können. Die alten Interviews präsentieren wir hier nochmals und ergänzen sie mit neuen Texten. Es werden folgende Studiengänge vorgestellt: Architektur, BWL, Geographie, Jura, Kommunikationswissenschaft, Lehramt, Medizin, Physik, Psychologie und Sportwissenschaft.

Wann haben Sie festgestellt, dass Sie Architektur studieren wollen?

 Nach dem Abitur hatte ich die Möglichkeit, einige Monate in Florenz zu verbringen, die Sprache zu lernen, zu jobben, einige Vorlesungen zur Kunstgeschichte zu hören und natürlich die Stadt und ihre Bauwerke und Räume anzuschauen. In dieser Zeit ist der Entschluss gereift, Architektur studieren zu wollen. Weil ich nur eine vage Vorstellung vom Beruf des Architekten hatte, habe ich zunächst ein Praktikum in einem Architekturbüro gemacht. Das hat die Freude an der Tätigkeit geweckt und mich bestätigt Architektur studieren zu wollen.

 

 

Wem würden Sie zum Architektur Studium raten und wem abraten?

Ich denke, intuitiv wissen viele, ob und was sie studieren wollen. Dieser Ahnung oder diesem Bauchgefühl würde ich immer folgen. Für ein Architekturstudium bedarf es grundsätzlich eines Interesses an unserer gebauten Umwelt und damit einhergehend am genauen Beobachten. Es braucht Offenheit, um sich die Vielfalt an Themen, die das Fach bereithält, einzulassen und Eigeninitiative, über den Rahmen der Universität hinaus zu studieren, Ausstellungen anzuschauen, zu Reisen, etc. Allem voran braucht es Begeisterung. Man sollte wirklich nur das studieren, was einen interessiert, worauf man Lust hat.

 

Würden Sie heute wieder Architektur studieren?

Ja, unbedingt! Es ist zwar ein zeitlich sehr aufwändiges Studium, aber der Facettenreichtum an Themen und Aufgaben sowie der stetige Wissenszuwachs, der anhand der Vielzahl entwickelter Projekte und Entwürfe sehr deutlich abzulesen ist, trägt einen durchs Studium.

 

Was fiel Ihnen am schwersten in Ihrem Studium?

Bei aller Sorgfalt, welche die Architektur einem im Denken und Machen abverlangt, und bei allem eigenem Engagement doch manches einfach auf sich beruhen zu lassen. Dinge einfach auszuprobieren, zu experimentieren, denn das ist im Studium noch sehr gut möglich und öffnet einem Wege, lässt einen Erfahrungen sammeln und führt zu Erkenntnissen.

 

Am Heimatort studieren oder auswärts?

Ich präferiere das Studium auswärts. Neue Orte öffnen den Blick für die besonderen Qualitäten auch der Heimatortes.

 

Was würden Sie heute im Studium anders machen ?

Mehr reisen!

 

Ein Schüler in der Oberstufe hat sich entschieden Architektur zu studieren. Was empfehlen Sie als Vorbereitung auf das Studium?

Besorge Dir ein Skizzenbuch - nicht zu groß, sodass Du es immer in der Tasche haben kannst und mit naturweißem Papier (ohne Linien oder Karo!) - und zeichne hinein, was Du siehst. Nicht die scheinbaren Besonderheiten, sondern die alltäglichen Dinge: Eine sonnige Stelle vor einem Haus, ein Gebäudeeingang, den Straßenraum zwischen den Häusern, etc. Zeichne so, dass es für Dich selbst eine Erinnerungsstütze ist. Meine nicht „schön“ oder „richtig“ zeichnen zu müssen, sondern so, dass Du Dich an die Situation erinnerst. Schaue Dir Räume an, beobachte und entdecke sie. Das ist die beste Quelle, aus der man zu einem späteren Zeitpunkt schöpfen kann.

 

Ihre Meinung zum Gap-Year?

Das ist die beste Chance, die einem gegeben werden kann! Insbesondere eine Zeit zwischen Schussabschluss und Ausbildungs- oder Studienbeginn ist geradezu ein Muss. Ob als Freiwilliges Soziales Jahr oder Au-pair im Ausland, zum Reisen oder Sprachen lernen, es ist eine riesengroße Chance, selbständig zu werden und sich hinsichtlich dessen, was man machen möchte, Klarheit zu verschaffen.

Uta Graff studierte Architektur an der TU Braunschweig und der ETH Zürich. Nach dem Studium war sie als Architektin

bei Peter Zumthor in der Schweiz und bei gmp Architekten von Gerkan Marg und Partner in Berlin tätig.

Als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte ist sie im Studiengang Architektur der Universität der Künste Berlin tätig gewesen.

Sie war Gastprofessorin an der CDK im Chinesisch-Deutschen Masterstudiengang der China Academy of Art in Hangzhou, China,

und am UNI.K, dem Studio für Klangkunst und Klangforschung der UdK Berlin. Von 2010-2012 war Uta Graff

Professorin im Studiengang Architektur der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Würzburg.

Seit 2012 leite sie den Lehrstuhl für Entwerfen und Gestalten der Fakultät für Architektur der Technischen Universität München:

www.eundg.ar.tum.de


Wann haben Sie festgestellt, dass Sie BWL studieren wollen?

 Als ich 14 oder 15 Jahre alt war.

 

Wem würden Sie zum BWL Studium raten und wem würden Sie abraten?

Ich empfehle es Leuten, die einmal ein Unternehmen führen oder eine Führungsposition einnehmen wollen. Denjenigen, die kein Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen haben, rate ich davon ab.

Würden Sie heute wieder BWL studieren?

 Ja.

 

Was fiel Ihnen am schwersten in Ihrem Studium?

Fremdsprachen. Da es ein internationales BWL-Studium war, musste ich Spanisch und Französisch lernen. Das lag mir nicht im Blut.

 

Am Heimatort studieren oder auswärts?

Ich empfehle auswärts.

 

Was würden Sie heute anders machen im Studium?

Nichts. Ich habe damals schon als Bachelor Vollzeit studiert und ich habe in drei Jahren das Studium durchgezogen. Meine Altersgenossen haben vier Jahre und mehr gebraucht, um zum gleichen Ziel zu kommen.

 

Ein Schüler in der Oberstufe hat sich entschieden BWL zu studieren. Was empfehlen Sie als Vorbereitung auf das Studium?

Ein, zwei Praktika in Unternehmen.

 

Ihre Meinung zum Gap-Year?

Zu meiner Zeit ging man noch zur Bundeswehr. So hatte ich mein Gap-Year. Ich würde sagen ein Gap-Year ist nicht zwingend notwendig. Aber ich würde empfehlen, das erste Jahr im Ausland zu studieren, um andere Kulturen kennenzulernen und Selbstständigkeit zu lernen.

Mario Schwegler, CEO Boost Holding AG, studierte an der International School of General Management in Bad Waldsee,

heute Zeppelin University Friedrichshafen, Betriebswirtschaftslehre (BWL).


Wann haben Sie festgestellt, dass Sie Geographie studieren wollen?
Ich hatte in der Kollegstufe Englisch und Geographie als Leistungskurse. Schnell wurde mir klar, dass ich Interesse an globalen Zusammenhängen habe. Auf Grund meiner guten Abiturleistungen in „Erdkunde“ entschied ich mich den Diplomstudiengang Geographie zu studieren.

 

Wem würden Sie zum Geographie Studium raten und wem würden Sie abraten?
Für das Studium der Geographie braucht man sowohl sozialwissenschaftliches als auch naturwissenschaftliches Interesse. Im Studiengang Bachelor Geographie an der LMU München beschäftigt man sich mit natürlichen und vom Menschen beeinflussten Prozessen auf der Erde. Es werden praktische Lösungsansätze zum nachhaltigen Management natürlicher Ressourcen und menschlicher Lebensräume auf lokaler, regionaler und globaler Ebene entwickelt. Auf Grund dessen kann ich den Bachelorstudiengang Geographie nur empfehlen, wenn man Interesse an beiden wissenschaftlichen Richtungen mitbringt.

 

Würden Sie heute wieder Geographie studieren?
Ich habe die Entscheidung nie bereut und würde jederzeit wieder Geographie studieren. Vor allem ist das Studium durch die verschiedenen Praktika und Exkursionen sehr abwechslungsreich.

 

Was fiel Ihnen am Schwierigsten in Ihrem Studium?
An einer so großen Universität kann es neben inhaltlichen Schwierigkeiten eine Herausforderung darstellen, beispielsweise den Termin für die Anmeldung der Nebenfach-Klausur nicht zu vergessen oder die richtigen Hörsäle, die im ganzen Stadtgebiet verteilt sind, zu finden.

 

Am Heimatort studieren oder auswärts?

Ich habe mich nach dem Abitur dafür entschieden in einer anderen Stadt zu studieren. Ich wollte zu Hause ausziehen und unabhängiger werden. Nachdem ich mir einige Universitätsstandorte angeschaut hatte, fiel die Wahl auf Aachen. An der RWTH Aachen absolvierte ich dann meine ersten Semester. Nach der Vordiplomsprüfung und einer kleinen Weltreise wechselte ich nach München an die LMU. Wenn es finanziell möglich ist, dann kann ich es sehr empfehlen den heimatlichen Hafen zu verlassen und andere Ecken in Deutschland kennen zu lernen. Heutzutage ist es einfacher nach dem Bachelorstudium einen Masterstudiengang an einem anderen Standort zu absolvieren.  

 

Was würden Sie heute anders machen im Studium?

Eigentlich nichts. Ich hatte tolle Kommilitonen und alles in allem sehr gute Dozenten und ideale Studienbedingungen. Zudem habe ich am Ende meines Studiums meinen tollen Mann kennengelernt.

 

Ein Schüler in der Oberstufe hat sich entschieden Geographie zu studieren. Was empfehlen Sie als Vorbereitung auf das Studium?

Viel wichtiger als eine inhaltliche Vorbereitung sollte die Phase zwischen Abitur und Studium dafür genutzt werden, sich selber darüber klar zu werden, was man wirklich machen will. Soll es ein Studium der Geographie sein oder doch lieber eine Ausbildung oder ein Dualer Studiengang? Auf Grund der verkürzten Schulzeit kommen sehr viele junge Menschen an die Universität. In den letzten Jahren zeigte sich beispielsweise bei großen Exkursionen, dass manche von Ihnen noch sehr unselbstständig sind. So wurde beispielsweise auf einer Namibia-Exkursion der Professor nachts geweckt, weil einem Studierenden das Klopapier ausgegangen war.  

 

Ihre Meinung zum Gap-Year?

Sich für irgendeinen Studiengang an einer Universität einzuschreiben ist einfach, eine gute Wahl für sich zu treffen, ist sehr schwierig. Auf Grund dessen bin ich der Meinung, dass ein Gap-Year eine gute Hilfe sein kann, sich darüber bewusst zu werden, was man im Leben eigentlich machen will. Folgende Fragen sollten dann im Gap-Year erörtert werden: Entspricht der gewählte Studiengang meinen Interessen und Fähigkeiten? Kann ich mir vorstellen in diesem Bereich später tätig zu sein? Bin ich der Typ, der am Computer Klimamodelle modelliert oder jemand, der im Bereich Projektmanagement mit vielen Menschen in Kontakt tritt, oder jemand, der in der freien Natur als Nationalpark-Ranger arbeiten möchte? Und wie kann ich dieses Ziel verwirklichen? Beispielsweise mit der Wahl eines geeigneten Nebenfachs oder mit einer guten Stelle als Werkstudent oder Praktikant.

Zwischen Abitur und Studienbeginn liegen ein paar Monate. Die meisten Studiengänge beginnen nur einmal im Jahr immer Mitte Oktober. Eine kleine Auszeit nach dem Abitur kann und sollte man sich immer nehmen. Beispielsweise in Form einer Fernreise mit der besten Freundin oder einfach nur den Sommer am See genießen.

 Isabel Paul studierte Geographie in Aachen und München. Heute ist sie Studiengangskoordinatorin an der LMU.


Wann haben Sie festgestellt, dass Sie Jura studieren wollen?

 Kurz vor dem Abitur.

 

 Wem würden Sie zum Jurastudium raten und wem würden Sie abraten?

 Im Studium braucht man Geduld, die Bereitschaft, intensiv zu lernen, und analytisches Verständnis. Es ist nichts für jemanden, der nach einer Stunde Lernen unruhig wird.

 

Würden Sie heute wieder Jura studieren?

Ja, selbst wenn man nicht Jurist wird, ist es eine gute all-around-Ausbildung für das Leben.

 

Was fiel Ihnen am Schwierigsten in Ihrem Studium?
Lernen zu lernen, was ich als Schüler leider nicht gelernt hatte.

 

Am Heimatort studieren oder auswärts? Was empfehlen Sie und was haben Sie selber gemacht?

Ich empfehle auswärts (auch im Ausland) zu studieren, weil man eine fremde Stadt nie mehr so intensiv erlebt wie als Student.

 

Was würden Sie heute anders machen im Studium?

Früher anfangen für das Staatsexamen zu lernen. Ich habe im ersten Jahr überhaupt nicht gelernt.

 

Ein Schüler in der Oberstufe hat sich entschieden Jura zu studieren. Was empfehlen Sie als Vorbereitung auf das Studium?

Nichts. Leben als Schüler genießen.

 

Ihre Meinung zum Gap-Year?

Unbedingt machen.

Stephan Spehl, Rechtsanwalt bei Baker & McKenzie, studierte Jura in München, Genf, Freiburg und in den USA.


Wann haben Sie festgestellt, dass Sie Kommunikationswissenschaft studieren wollen?
Ich habe meine Studienwahl recht kurzfristig getroffen. Als ich das Studium begonnen habe, wusste ich noch gar nicht wirklich, was das Fach umfasst. Glücklicherweise hat sich während des Studiums aber dann herausgestellt, dass es mir großen Spaß macht.

Wem würden Sie zum Kommunikationswissenschaft Studium raten und wem abraten?
Studierende der Kommunikationswissenschaft sollten ein intensives Interesse am Thema öffentliche Kommunikation, theoretischen Fragestellungen und empirischen Forschungsmethoden mitbringen. Interesse an praktischer Forschung sowie sehr gute Deutsch- und vertiefte Englischkenntnisse in Wort und Schrift werden vorausgesetzt.

Würden Sie heute wieder Kommunikationswissenschaft studieren?
Ja, in jedem Fall!

Was fiel Ihnen am Schwierigsten in Ihrem Studium?
Siehe Frage 6 – meine Studienzeit ist mir in sehr positiver Erinnerung.

Am Heimatort studieren oder auswärts?
Das muss vermutlich jeder für sich individuell entscheiden. Auch wenn ich selbst an meinem Heimatort studiert habe, würde ich meinen Kindern wahrscheinlich empfehlen an einen anderen Ort zu gehen, um neue Eindrücke zu sammeln.

Was würden Sie heute anders machen im Studium?
Ich habe meine Studienzeit sehr positiv in Erinnerung, von daher hat alles gepasst wie es war.

Ein Schüler in der Oberstufe hat sich entschieden Kommunikationswissenschaft zu studieren. Was empfehlen Sie als Vorbereitung auf das Studium?
Die Berichterstattung nicht nur in den Medien, sondern insbesondere über die Medien verfolgen, vielleicht mal in eine Vorlesung reinschnuppern und auf das Studium freuen!

Ihre Meinung zum Gap-Year?
In jedem Fall machen!

Veronika Karnowski studierte Kommunikationswissenschaft, Politischen Wissenschaft und Betriebswirtschaftslehre

an der Ludwig-Maximilians-Universität München.2008 schloss sie ihre Promotion zum Dr. phil.

am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich ab. Seit 2008 ist sie Studiengangskoordinatorin

der Nebenfachstudiengänge Kommunikationswissenschaft am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der LMU München.


Wann haben Sie festgestellt, dass Sie Lehramt studieren wollen?

Es war kein konkreter Zeitpunkt. Ich konnte mir das schon immer vorstellen, weil mir Nachhilfe geben viel  Spaß gemacht hat. Und in der Oberstufe wusste ich, dass ich auf alle Fälle Englisch studieren will. Spanisch kam dann eher spontan dazu.

 

Wem würden Sie zum Lehramt Studium raten und wem würden Sie abraten?

Ich rate es Leuten, die ein großes Interessen an einem oder mehreren Fächern haben, die auch gerne andere Leute dafür begeistern wollen. Wichtig sind: großes Durchsetzungs-und Durchhaltevermögen, Organisation, Selbstkritik und Teamfähigkeit. Es ist nichts für jemanden, der sehr sensibel und unsicher ist.

 

Würden Sie heute wieder Lehramt  studieren?

 Ja.

 

 Was fiel Ihnen am Schwierigsten in Ihrem Studium?

 Das Einzige, das mir einfällt, ist, dass es zu den Prüfungszeiten sehr stressig wurde. Man musste auf so vieles gleichzeitig lernen.

 

Am Heimatort studieren oder auswärts? Was empfehlen Sie und was haben Sie selber gemacht?

Das ist schwer zu verallgemeinern. Das hängt von den Bildungsangeboten und der Person ab. Ich habe nicht am Heimatort studiert. Ich wollte eine neue Stadt kennen lernen und auf eigenen Beinen stehen. Aber es gibt Fälle, wo es eine finanzielle Belastung für die Familie wäre, wenn man auswärts studiert oder man noch nicht bereit ist, sich von seinem gewohnten Umfeld zu trennen.

 

Was würden Sie heute anders machen im Studium?

Eigentlich nichts. Ich würde vielleicht noch ein drittes Fach aufnehmen. Ethik könnte ich mir gut vorstellen.

 

Ein Schüler in der Oberstufe hat sich entschieden Lehramt zu studieren. Was empfehlen Sie als Vorbereitung auf das Studium?

Ein Praktikum und ein Gespräch mit Lehrern, die man positiv in Erinnerung hat. Und wenn der Schüler Sprachen studieren möchte, dann würde ich einen Auslandsaufenthalt empfehlen.

 

Ihre Meinung zum Gap-Year?

Finde ich super! Man kann viele positive Dinge daraus ziehen: seine Sprachkenntnisse verbessern und seine Persönlichkeit weiterentwickeln.

Christina Sohn unterrichtet am KHG Englisch und Spanisch und hat in Regensburg Lehramt studiert.


Wann haben Sie festgestellt, dass Sie Medizin studieren wollen?

Ich wollte eigentlich Physik studieren. Aber dann wurde es doch Medizin. Ich dachte mir, Physik könnte ich später, falls mir die Medizin keinen Spaß machen würde, immer noch studieren.

 

Wem würden Sie zum Medizinstudium raten und wem abraten?

Ich würde all denen abraten, die denken, dass der Medizinberuf erstens Ansehen und zweitens Geld bringt. Das ist nicht so. Und ich rate es all denjenigen, die gerne mit Menschen zu tun haben, gerne mit Menschen reden und ihnen zuhören.

 

Würden Sie heute wieder Medizin studieren?

Schwierige Frage. Ich würde wieder Medizin studieren, weil ich heute weiß, dass ich einen total genialen Beruf habe. Das Studium an sich hat mir keinen Spaß gemacht.

 

Was fiel Ihnen am schwersten in Ihrem Studium?

Man hat so viele verschiedene Fächer und geht in keinem Fach in die Tiefe. Man macht in einem Vierteljahr die ganze Biochemie, dann in einem Vierteljahr die ganze Physiologie und so weiter. Man muss wahnsinnig viel auswendig lernen, geht aber in keinem Fach in die Tiefe.

 

Am Heimatort studieren oder auswärts? Was empfehlen Sie und was haben Sie selber gemacht?

Ich würde jedem empfehlen, auswärts zu studieren. Ich komme aus Sonthofen, habe in München studiert und bin nach dem Studium für drei Jahre in die USA gegangen.

 

Was würden Sie heute anders machen im Studium?

Ich glaube nichts. Ich habe das Studium in der Mindeststudienzeit so schnell wie möglich durchgezogen und ich habe all meine Praktika im Ausland gemacht. Das würde ich heute auch wieder machen.

 

Ein Schüler in der Oberstufe hat sich entschieden Medizin zu studieren. Was empfehlen Sie als Vorbereitung auf das Studium?

Ich würde empfehlen, dass er einen Arzt, den er persönlich kennt, einige Tage begleitet. Nicht die Arzthelferin, sondern tatsächlich den Arzt bei seiner Tätigkeit beobachtet. Dann bekommt man einen ganz guten Eindruck über das, was einem in diesem Beruf erwartet.

 

Ihre Meinung zum Gap-Year?

Finde ich super. Das ist der große Vorteil am G8. Wenn man es sich finanziell leisten kann, würde ich es jedem empfehlen.

Susanne Maurer studierte Medizin in München und arbeitet heute als Frauenärztin in Gräfelfing.


Wann haben Sie festgestellt, dass Sie Physik studieren wollen?

 Schon sehr früh, weil ich da immer schon Talent hatte. Ich würde sagen, in der 10. Klasse.

 

Wem würden Sie zum Physikstudium raten und wem abraten?

 Wenn man in Physik und Mathe sehr gut ist und sich dafür interessiert, wie die Welt im Innersten funktioniert, dann sollte man es machen. Wer in Physik und Mathe nicht gut ist, der sollte die Finger davon lassen.

 

Würden Sie heute wieder Physik studieren?

Ja.

 

Was fiel Ihnen am schwersten in Ihrem Studium?

Theoretische Physik.

 

Am Heimatort studieren oder auswärts? Was empfehlen Sie und was haben Sie selber gemacht?

Ich habe mich für den Heimatort entschieden, weil München die beste Uni für Physik hat und ich außerdem gerne noch ein, zwei Jahre bei meinen Eltern gewohnt habe.

 

Was würden Sie heute anders machen im Studium?

Mehr lernen.

 

Ein Schüler in der Oberstufe hat sich entschieden Physik zu studieren. Was empfehlen Sie als Vorbereitung auf das Studium?

Ganz viele Unis bieten Vorkurse an. Man sollte auf jeden Fall einen besuchen.

 

Ihre Meinung zum Gap-Year?

Finde ich gut. Aber ich konnte es nicht machen, da ich bei der Bundeswehr war. Aber ich würde nur ein halbes Jahr Auszeit nehmen, weil man sonst in Verzug kommt.

Peter Baum hat in München Physik studiert und arbeitet heute am Max-Planck-Institut für Quantenoptik.


Wann haben Sie festgestellt, dass Sie Psychologie studieren wollen?

 Kurz vor knapp – so 48 Stunden vor der Bewerbungsdeadline für die zentrale Studienplatzvergabe. Darauf bin ich nicht stolz! Heute denke ich mir, ich hätte mich mal etwas früher informieren können... Eine ältere Bekannte hatte mal erwähnt, sie glaubt, Psychologie sei ganz interessant (sie hat was ganz anderes studiert). Nicht gerade eine tiefgehende Recherche zum Studienfach! Aber ich hatte Glück: Psychologie war für mich der absolute Volltreffer.

 

Wem würden Sie zum Psychologiestudium raten und wem abraten?

Raten: All denen, die es faszinierend finden, anhand von Zahlen Dinge zu beschreiben und untersuchen, von denen man niemals dachte, dass sie überhaupt zählbar sind: Facetten des Erlebens und Verhaltens des Menschen. Und denen, die es lieben, viele Fragen zu stellen, deren Antworten gleich wieder neue Fragen aufwerfen. Abraten: Denjenigen, die durch das Psychologiestudium persönliche Probleme lösen möchten. Denn: Siehe oben, nach dem Psychologiestudium hat man typischerweise mehr Fragen als vorher.

 

Würden Sie heute wieder Psychologie studieren?

Ja!

 

Was fiel Ihnen am schwersten in Ihrem Studium?

Auswendiglernen für Multiple Choice Klausuren.

 

Am Heimatort studieren oder auswärts?

Wenn’s irgendwie finanziell machbar ist – auswärts!

 

Was würden Sie heute anders machen im Studium?

Mehr über den Tellerrand schauen.

 

Ein Schüler in der Oberstufe hat sich entschieden Psychologie zu studieren. Was empfehlen Sie als Vorbereitung auf das Studium?

Sich mit Mathe und/oder Zahlen anfreunden.

 

Ihre Meinung zum Gap-Year?

Eine super Sache. Aber nicht nur zum „chillen“ – sondern um zu üben, sich selbst Ziele zu setzen und diese auch durchzuziehen.

Prof. Dr. Anne Frenzel studierte Psychologie in Würzburg und München.

Heute ist sie Studiendekanin an der Fakultät für Psychologie und Pädagogik an der LMU.


Wann haben Sie festgestellt, dass Sie Sportwissenschaft studieren wollen?

Durch Zufall. Ich habe mich mit einem ehemaligen Klassenkameraden getroffen und er hat mir von dem Studium erzählt. Ich habe mir eine Woche das Studium angeschaut und dann spontan entschieden, dass das das Richtige ist.

 

Wem würden Sie zum Sportwissenschaft Studium raten und wem würden Sie abraten?

Ich empfehle es allen, die Interesse an Wirtschaft und Sport haben. Es ist nichts für jemanden, der nur an Sport interessiert ist.

 

Würden Sie heute wieder Sportwissenschaft studieren?

 Ja.

 

Was fiel Ihnen am schwersten in Ihrem Studium?

Am schwierigsten ist es sich für die Fächer zu interessieren, die einem nicht so liegen. Bei mir war das der juristische Teil.

 

Am Heimatort studieren oder auswärts? Was empfehlen Sie und was haben Sie selber gemacht?

Ich finde eine Kombination von beiden am Besten. Ich war ein Jahr in den USA und habe aber auch in Deutschland studiert.

 

Was würden Sie heute anders machen im Studium?

Nichts. Ich würde es genauso wieder machen. Ich habe das Vorstudium genossen und im Hauptstudium Gas gegeben.

 

Ein Schüler in der Oberstufe hat sich entschieden Sportwissenschaft zu studieren. Was empfehlen Sie als Vorbereitung auf das Studium?

Man muss sich eigentlich  nicht wirklich vorbereiten, außer, dass man einigermaßen gute Abiturnoten mitbringen sollte. Aber man sollte sich schon mit dem Studium auseinandersetzen und sich sicher sein, dass es das Richtige für einen ist.

 

Ihre Meinung zum Gap-Year?

Finde ich super, wenn man das machen kann. Es ist schwierig, nach dem Studium ein Jahr auszusetzen, weil man häufig sofort in den Beruf einsteigen sollte. Heutzutage ist es meistens so, dass man sich während des Studiums schon mit Unternehmen vernetzt hat und die warten in der Regel nicht ein Jahr auf dich. 

Michael Kunze hat in Bayreuth Sportwissenschaft studiert und ist heute Europräsident bei Royal Canin in Marseille.

[ps]

 

 

 

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