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Shoppen und Nachhaltigkeit


Der Ausgangspunkt für diesen Artikel war ein Musteraufsatz aus dem Deutschunterricht bei Frau Nonnenbroich. Wir haben dieses Thema in zweierlei Richtungen weitergeführt. Zum einen wollten wir wissen, was einige der großen Modefirmen zum Thema "Kundenwünsche" und "Nachhaltigkeit" zu sagen haben; zum anderen haben wir am KHG eine Umfrage zum Shoppen gestartet und aus den Ergebnissen das Shopping-Verhalten eines "typischen Jungen" und eines "typischen Mädchens" abgeleitet.

Shopping-Queen every day?

Vergangenes Schuljahr haben die beiden Klassen 7a und 7f (jetzt 8a und 8e) im Deutschunterricht von Frau Nonnenbroich (für und) gegen das häufige Shoppen argumentiert. Dabei ist der folgende Musteraufsatz entstanden:

Wir lieben es alle und tun es oft: Shoppen. Mal braucht man einen neuen Pulli, da die anderen, die man hat, nicht zu den neuen Schuhen passen, mal hat man plötzlich keine schönen T-Shirts mehr oder sie sind nicht mehr im Trend.
Meiner Meinung nach gibt es aber viele Argumente, die dagegen sprechen, so häufig Shoppen zu gehen.

Vieles von dem, was wir kaufen, brauchen wir eigentlich nicht. Laut einer Studie der Umweltorganisation Greenpeace besitzen wir im Schnitt 95 Kleidungsstücke und rund 40 % dieser Pullis, T-Shirts, Hosen und Hemden tragen wir fast nie. Im Kleiderschrank meines Bruders liegen ungefähr zwanzig T-Shirts, obwohl er meistens seine vier Lieblingsshirts trägt. Und wie sieht es in deinem Schrank aus?
Ich versuche meine Einkäufe inzwischen auch deshalb zu reduzieren, weil die Herstellung all dieser Kleidungsstücke unsere Umwelt belastet. Bei der Produktion eines einzigen Baumwollshirts werden zum Beispiel 2000 Liter Wasser verbraucht, während Wasser in manchen Teilen der Erde dringend benötigt wird, zum Teil sogar als Trinkwasser knapp ist.
Auch sollten wir uns darüber bewusst sein, unter welchen Bedingungen die Kleidung, die wir tragen, hergestellt wird. Obwohl zahlreiche Reportagen darüber berichten, kaufen wir weiter in Billigläden ein, die in sogenannten Billiglohnländern wie China oder Indien produzieren lassen. In den Fabriken müssen die Menschen – oft sogar Kinder – unter fürchterlichen Bedingungen arbeiten und werden dabei noch nicht einmal fair bezahlt. Viele Arbeiter werden krank, da sie ohne ausreichende Schutzkleidung mit Chemikalien in Berührung kommen, z.B. beim Bleichen von Jeans. Regelmäßig fangen Fabriken auch an zu brennen, da keine Rauchmelder oder sonstige Sicherheitsvorkehrungen vorhanden sind.

Durch unseren unbedachten Umgang mit der Kleidung landen jährlich eine Million Tonnen Altkleider in Containern oder in anderen Sammlungen. Nun könnte man denken, es sei gut, so viel zu spenden. Aber ein so großer Bedarf an aussortierter Kleidung besteht gar nicht! Ein Großteil der Altkleider wird auf langen Transportwegen z.B. wieder zurück nach Indien gebracht, wo die Kleidungsstücke unter ähnlichen Bedingungen wie denen der Herstellung recycelt werden.

Also, wenn ihr das nächste Mal shoppen geht, denkt bitte nach: Braucht ihr wirklich drei T-Shirts und werdet ihr sie auch ganz sicher anziehen?
Kauft bewusst ein, um Umweltverschmutzung, Kinderarbeit und Müll zu vermeiden!

Nachgefragt bei H&M, Zara und Co.

Das Thema Nachhaltigkeit bei Klamotten ist derzeit in der Öffentlichkeit ein großes Thema. Dass die gegenwärtig praktizierte Textilproduktion zu riesiger Umweltzerstörung, Dumping-Löhnen und Gefahren für die Arbeiter(innen) in sehr armen Ländern führt, ist im Bewusstsein der Öffentlichkeit angekommen. Mich hat interessiert, wie die großen Marken, die ja zu den Verursachern gehören, an diese Probleme herangehen. Deshalb habe ich eine E-Mail an H&M, Zara, Abercrombie & Fitch und Hilfiger geschrieben und nachgefragt, wieviel Wert sie bei ihrer Produktion auf Nachhaltigkeit legen. Meine Ausgangsfrage dabei war, ob und inwiefern sich das Verhalten der Kunden (z.B. durch Nachfragen in den Läden) hinsichtlich der Nachhaltigkeit verändert hat und wie die Firma auf diese sich ändernde Kundenhaltung reagiert hat/ reagieren will.


Zara, Abercrombie & Fitch und Hilfiger haben in dieser heiklen Angelegenheit  auf ihre eigene Art und Weise geantwortet - nämlich gar nicht. Nur H&M konnte bzw. wollte mir genauere Informationen geben. Die erste Antwort glich allerdings mehr einem vorgefertigten Schreiben, das nicht recht zu meinen Fragen passen wollte. Auf Nachfrage wurden die Antworten ein wenig konkreter:


Sehr im Mittelpunkt der langen Mail, die ich sechs Tage später von H&M erhalten habe, steht die globale Initiative „Kleidung sammeln bei H&M“, welche 2013 gestartet wurde. Seit deren Beginn wurden bereits mehr als 57.000 Tonnen Kleidung gesammelt, davon über 7000 Tonnen aus Deutschland. H&M möchte für einen bewussten Umgang mit Ressourcen sensibilisieren und den Textilien ein „neues Leben“ schenken. Allerdings wäre mancher Kunde überrascht, wenn er genauer wüsste, was mit seinen Altkleidern passiert: Nach einem aufwendigen Sortierungsprozess werden die Kleider unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten zugeführt: re-wear, re-use und recycle. Fast 60 Prozent der Kleidung werden dann ins Ausland gebracht, wo nur gut ein Drittel wirklich recycelt wird. Beim Recycling entstehen aus den Kleidern aber nicht etwa neue Kleidungsstücke, sondern die Kleider werden in immer kleinere Stücke zerteilt und letztendlich zu Malervlies oder Dämmstoff verarbeitet. Experten nennen einen solchen Vorgang auch Downcycling.


Bis 2030 will H&M zu 100 Prozent recycelte Stoffe oder Materialien aus anderen nachhaltigen Quellen nutzen, doch das ist nicht so leicht umzusetzen, wie viele sich das vorstellen, und noch ein langer, weiter Weg. Und wie schnell dieser Weg beschritten wird, hängt wohl gerade auch von uns Verbrauchern ab!

Was und wie shoppen wir am liebsten?

Anna (13 Jahre), ein typischer Teenager, geht normalerweise, ähnlich wie ihr Bruder Johannes (17 Jahre), jeden Monat shoppen. Am liebsten kauft sie Pullis, aber auch T-Shirts shoppt sie sehr gern. Doch während Johannes eher unter der Woche einkauft, zieht sie die Wochenenden zum Bummeln eindeutig vor. In ihrem Kleiderschrank gibt es allerdings 3,7 Kleidungsstücke, die sie noch so gut wie nie getragen hat. Bei ihrem Bruder sind das mit 1,9 ungetragenen T-Shirts und Hosen deutlich weniger! Bei den Einkaufsbummeln achtet keines der Geschwister wirklich auf Markenklamotten, trotzdem bevorzugen sie Marken wie Adidas, Nike, Abercrombie&Fitch, Hollister oder Levis. Auch bei folgendem sind sie sich einig: In einem Shoppingcenter oder in der Innenstadt kann man eindeutig am Besten shoppen!

[rh]

Bilder von www.freepik.com (freepik; 3ab2ou)

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